Was ist ein BID?

Business Improvement Districts (BIDs) sind Geschäftsbereiche, in denen sich Grundeigentümer eines Quartiers zusammenschließen, um Maßnahmen zur Aufwertung, sowie zur allgemeinen Stärkung des Standorts durchführen. Wesentliche Aspekte sind hierbei die Planung und Durchführung von Baumaßnahmen im öffentlichen Raum als auch Marketing- und Serviceaktivitäten im und für das Quartier. 

BIDs wurden vor ca. 40 Jahren in Toronto, Kanada geboren. Mittlerweile gibt es in Nordamerika mehr als 1.000 BID-Projekte. Auch in Südamerika, Australien und Europa wurden BID-Gesetze verfasst. 

Hier erhalten Sie weiterführende Informationen zum Thema BID sowie einen Überblick über lokale, nationale und internationale Business Improvement Districts.

mehr zum Thema BID
BIDS in Hamburg
BIDS iN Deutschland
BIDS International

Rahmen­bedingungen

BIDs sind gesetzlich geregelt und basieren auf dem Gesetz, welches ausschließlich auf Wunsch privater Akteure Anwendung findet: In Hamburg entstand das Gesetz zur Stärkung der Einzelhandels- und Dienstleistungszentren (GSED) im Jahr 2005. Hamburg hat damit als erstes Bundesland die Gründung eines BIDs gesetzlich ermöglicht. Mittlerweile gibt es in zehn Bundesländern eine BID-Gesetzgebung. 

Grundeigentümer, die ein BID gründen wollen, müssen zunächst einen Businessplan (ein sogenanntes Maßnahmen- und Finanzierungskonzept) für ihr Quartier erarbeiten. Dann muss ein Aufgabenträger gefunden werden, also ein Unternehmen oder eine Person, die sich zur Umsetzung des Businessplans verpflichtet. Im Neuer Wall ist die Otto Wulff BID Gesellschaft mbH seit 2005 Aufgabenträger des BID Neuer Wall. Erhält dieser Aufgabenträger eine Zustimmung von mindestens 15% der Grundeigentümer im Quartier, kann er einen Antrag zur Einrichtung eines BIDs bei der Stadt einreichen. Die Stadt legt diesen Antrag öffentlich aus. Anschließend werden alle Grundeigentümer im Quartier schriftlich über die Antragstellung informiert. 

Sie haben einen Monat lang die Möglichkeit, die Unterlagen zu prüfen und eventuell Widerspruch gegen die BID-Gründung einzulegen. Legen weniger als ein Drittel der Grundeigentümer Widerspruch ein, kann der Hamburger Senat das BID per Rechtsverordnung einrichten. Im Anschluss werden von allen Grundeigentümern Beiträge zur Finanzierung der Maßnahmen erhoben.
Die Abgaben der Grundeigentümer schüttet die Stadt an den Aufgabenträger zur Umsetzung der im BID-Antrag beschriebenen Maßnahmen aus. Die korrekte Umsetzung der Maßnahmen im Sinne des gestellten Antrags kontrolliert die Handelskammer Hamburg. 

Zu den Hamburger BID-Projekten
Gesetzgebung Hamburg
Deutsche BID-Projekte

 

Mehr zum BID Neuer Wall

Organisation BID Neuer Wall

Nach 10 Jahren BID haben sich die Institutionen des Neuer Wall verfestigt und bewährt.

GRUNDEIGENTÜMERVEREIN NEUER WALL
Im Grundeigentümerverein sind rund zwei Drittel der Eigentümer des Neuer Wall vertreten. Hier werden die grundlegenden gemeinsamen Ziele abgestimmt und jährlich der Aktivitäten-Bericht des BID abgenommen. Ferner wählt der Grundeigentümerverein aus seiner Mitte die stimmberechtigten Vertreter des Grundeigentums für den Lenkungsausschuss des BID Neuer Wall. 

LENKUNGSAUSSCHUSS
Der Lenkungsausschuss ist das Entscheidungsgremium des BID Neuer Wall. Im Lenkungsausschuss sind die wesentlichen beteiligten Organisationen vertreten. Neben der Stadt Hamburg, der Handelskammer Hamburg sind dies die Grundeigentümer. Weiterhin ist der Vorstand der Interessengemeinschaft der Fachgeschäfte (IG-Neuer Wall) mit einer Stimme stimmberechtigtes Mitglied. Die Ziele sowie die abgeleiteten Maßnahmen für das „BID Neuer Wall III“ wurden in diesem Gremium entwickelt. 

ARBEITSGRUPPEN SERVICE/MARKETING/FINANZEN
Aus dem Lenkungsausschuss werden die Arbeitskreise Service und Marketing sowie Finanzen besetzt. In diesen Arbeitskreisen treffen stimmberechtigte Vertreter des Lenkungsausschusses und Vertreter des Aufgabenträgers regelmäßig zur detaillierten Maßnahmensteuerung und zur Erarbeitung von Entscheidungsvorlagen für den Lenkungsausschuss zusammen.

AUFGABENTRÄGER
Aufgabenträger des BID Neuer Wall wird die Otto Wulff BID Gesellschaft mbH. Die Otto Wulff BID Gesellschaft mbH ist eine Tochter der Otto Wulff Bauunternehmung GmbH. Der Aufgabenträger ist dafür verantwortlich, dass die im Maßnahmen- und Finanzierungskonzept vorgesehenen Maßnahmen innerhalb der BID-Laufzeit umgesetzt werden - er stimmt sich daher eng mit dem Lenkungsausschuss ab.

Historie Neuer Wall

Der Neue Wall war ursprünglich Teil der ehemaligen Befestigungsbauten der Hansestadt aus dem 13. Jahrhundert und wurde 1530 bis 1538 zum Neuen Wall ausgebaut, als Festungsgraben diente das heutige Bleichenfleet und das Herrengrabenfleet im weiteren Verlauf. Nach der Abtragung dieses Wehrbaus wurde 1707 an gleicher Stelle die Straße mit dem Namen Neuer Wall angelegt. Das erste, hier 1710 errichtete Gebäude war das barocke Görtz-Palais, das noch heute am selben Ort zu finden ist. Es besteht jedoch nur noch die Fassade, dahinter wurde der Bau erheblich umgebaut. 

Bis zum Großen Brand von 1842 standen hier Wohnhäuser wohlhabender Kaufleute und auch weitere Bauten von diplomatischen Vertretungen, die aber schließlich im Feuer untergegangen sind. Von den Bauten des Wiederaufbaus nach dem Brande bestehen heute noch Teile der Alsterarkaden, die von Chateauneuf errichtet wurden. Die heutige Bebauung reicht auf die Zeit der Citybildung Anfang des 20. Jahrhunderts zurück, die Bauten nach 1842 sind verschwunden.

Wesentliche bauliche Umbauten und Modernisierungen finden bis in die heutige Zeit statt. Maßgeblichen Einfluss auf diese positive Entwicklung hatte vor allem die Gründung eines Business Improvement District im Jahr 2005. Mit dem Instrument BID konnte die Straße durch private Abgaben der Grundstückseigentümer des Neuen Wall neu gestaltet und anschließend gepflegt und gemanagt werden. Das Image als Hamburgs exklusivste Einkaufsstraße hat sich weiter verfestigt.